Kapitalismus

 

Kapitalismus versteht sich als ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, welches Wachstum, Fortschritt und Reichtum bewirkt, oder bewirken soll. Sämtliche hierfür verwendeten Produktionsmittel befinden sich dabei in privater Hand. Über den Markt werden Angebot und Nachfrage geregelt. Dieser gibt somit vor, wo und wie die Produktionsmittel eingesetzt werden sollen, oder könnten. Der Begriff „Kapital“ erklärt sich in seiner Bedeutung durch verschiedene Definitionen. Beispielsweise aus dem Lateinischen „capitalis“ abgeleitet: „den Kopf“. Das italienische Wort für Vermögen lautet „capitale“. Im deutschen Sprachgebrauch wird „Kapital“ auch mit dem Präfix „Haupt-“ gleichgesetzt, wie bei „Kapitalverbrechen“ oder bei „ein kapitaler Fang“. Bereits im 18. und 19. Jahrhundert tauchte das Wort Kapital in Bezug auf materiellen Überschuss oder „etwas an Vorrat haben“ auf. Der Kapitalismus kam dann Anfang des 20. Jahrhundert zu seiner vollen Entfaltung. Mit der Industrialisierung entsteht ein Markt, der durch die Massenproduktion sowohl erzeugt als auch abgedeckt wird. Historiker nehmen den Zeitpunkt vor dem Ersten Weltkrieg aufgrund seiner florierenden Wirtschaft, bedingt durch immer größer anwachsenden Zustrom von Arbeitskräften, in den städtischen Fabriken wahr. 

 

Welche Vorteile hat der Kapitalismus?

Einer der wichtigsten Vorteile beim Kapitalismus ist, dass Du mit viel Geld noch mehr Geld machen kannst. Jeder kann reich werden, aber eben nicht alle. Oder, Dir fällt eine gute Geschäftsidee ein, welche in eine Marktlücke passt, und generierst mit Deinem Angebot eine Nachfrage. Optimaler Weise gibt Dir der Kapitalismus den Vorteil, mit Waren und Dienstleistungen Profit zu machen. Billig kaufen, teuer verkaufen, heißt die bekannte Devise. Zudem wird der Kapitalismus als Wirtschaftsmotor gesehen. Als bestes Beispiel dient der direkte Vergleich zweier rivalisierenden Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Deutschland in 3 Regionen aufgeteilt. Zwei dieser Gebiete waren die BRD mit dem kapitalistischen System und die DDR mit sozialistischem Ordnungsprinzip in starker Anlehnung an den Kommunismus. 

 

Wer im „Westen“ aufwuchs, dem wurde kundgetan, wie froh wir doch sein können, hier in Freiheit zu leben und dank des Kapitalismus kaufen und konsumieren dürfen, was der Markt alles so hergibt. Das sogenannte Wirtschaftswunder basierte auf der kapitalistischen Grundidee, bei der durch günstige Kredite privater Banken der Geldfluss den Wiederaufbau einer Volkswirtschaft ermöglichte. 

 

Als großer Vorteil galt es zudem, quasi in jedes Land reisen zu können, wann immer wir wollten. In kommunistische Länder allerdings nur mit schikanösen Einschränkungen, das war der Nachteil. Die Konkurrenz belebt das Geschäft. Eine weitere goldene Regel im Kapitalismus. Klingt auch sehr sportlich. Wo immer ein Produkt sich durchsetzt und qualitativ neue Maßstäbe setzt, wird ein Fortschritt erzielt. Auf Basis dieses neuen Standards kann dann die nächste Weiterentwicklung stattfinden. Auch im Bereich Bildung und medizinischer Forschung zeigt der Kapitalismus Vorteile. Geldströme können je nach Priorität, beispielsweise im Falle einer Epidemie, flexibel in die Kanäle fließen, die zur Bekämpfung und Heilung von Krankheiten dienen. Sofern es sich für den Markt rechnet. Letzten Endes kann es durchaus profitabel sein, Menschen zu helfen. Idealerweise hilft die neue Medizin den Erkrankten und, dank der großen Nachfrage, füllen sich die Taschen der Investoren. 

Nachteile des Kapitalismus

 Alle diejenigen, welche in der „Ostzone“ lebten, haben ein negatives Bild vom Kapitalismus durch Presse, Funk und Fernsehen bekommen. Die schöne sozialistische Grundordnung, in der das Gemeinwohl an erster Stelle steht, hat nichts übrig für egoistische und gewinnsüchtige Profiteure. Wie Du sicher weißt, ist der größte Nachteil des Kapitalismus die Tatsache, dass dieser sich zwischen zwei Extremen bewegt. Barfuß oder Lackschuh. Zuweilen wird einem Menschenleben ein Marktwert zugeordnet. So hält der Begriff „Humankapital“ Einzug. Bei persönlicher Insolvenz muss dann mit dem Leben bezahlt werden. Zwar nicht immer physisch, aber mit Sicherheit gesellschaftlich-sozial. Der Mensch zweiter Klasse wurde somit durch den Kapitalismus erschaffen. Ein weiterer Nachteil des Kapitalismus ist die suboptimale Umverteilung des Geld- und Produktionsmittel. Wo doch so gern von Chancengleichheit gesprochen wird, beginnen nur einige wenige Menschen mit üppigem Startkapital das Spiel des Lebens. Frage Dich selbst, würdest Du freiwillig an einer Partie Monopoly teilnehmen, bei der Parkstraße, Schlossallee und alle Bahnhöfe nebst Elektrizitäts- und Wasserwerk schon vergeben sind? Nachteile des Kapitalismus werden auch deutlich, wenn es sich heutzutage die Leute beinahe nicht mehr leisten können, arbeiten zu gehen. Der Trend geht eindeutig zum Zweit-Job, um die laufenden Kosten zu decken. Entschließen sich zwei Menschen, eine Familie zu gründen, müssen beide Vollzeit arbeiten und das Aufwachsen der Kinder geht nur noch in staatlichen Institutionen. Zum Beginn des Kapitalismus gab es niedrige Löhne, lange Arbeitszeiten, bis zu 16 Stunden am Tag, und Frauen- und Kinderarbeit. Ein Schelm, der Parallelen zu den heutigen Zeiten sieht. 

 

Ein weiterer, Dir sicher bekannter, Nachteil des Kapitalismus ist die Zinsgeldwirtschaft, oder auch Schuldgeldsystem genannt. Sobald Geld von einem Kreditinstitut in den Wirtschaftskreislauf eingebracht wird, sei es an Privatkunden oder dem Staat, erhöht sich die Summe, welche zurückgezahlt werden muss, um einen gewissen Prozentsatz. Rein mathematisch stellt dies eine interessante Herausforderung dar, da ja nur eine bestimmte Anzahl an Geldmittel im Wirtschaftskreislauf unterwegs ist. Deswegen muss von der Bank mehr Geld verliehen werden, um die Zinsen begleichen zu können. Unglücklicherweise wird dieses Kapital ebenfalls verzinst, wodurch eine stetig steigende Dynamik entsteht. Kannst Du dann nach einer vereinbarten Zeit die geforderte Summe nicht zurückzahlen, berechnet die Bank weitere Zinsen auf die anfangs verliehenen Barmittel. Die somit erzeugten Zinseszinsen sind ebenfalls deutliche Nachteile des Kapitalismus. 

 

Einige Ökonomen sind der Meinung, Zinsen sind gut für die Wirtschaft, haben somit keine Nachteile und garantieren ständiges Wachstum. Das mag sich zuerst gut anhören, suggeriert dies doch Vorteile durch progressive Weiterentwicklung und evolutionären Fortschritt. Allerdings gibt es im Vergleich zur Natur keinen homogenen Organismus, welcher permanent wächst, mit einer Ausnahme. Der Mediziner spricht hier von Krebs. Es gibt sogar einige kapitalistische Wirtschaftssysteme, die komplett ohne Zinsen auskommen und bei denen es kulturell verpönt ist, Zinsen zu veranschlagen. Die Menschen dort erfreuen sich an einem hohen ökonomischen Standard. 

 

Fazit

Sich locker und leicht mit jemand über ein so kapitales Thema zu unterhalten, bringt meisten mehr Nachteile als Vorteile. Von den hart arbeitenden und stark unterbezahlten Menschen werden mehr die Nachteile des Kapitalismus wahrgenommen. Zu sehr genießen zu wenige die Vorteile dieses marktwirtschaftlichen Systems. Eine gesunde, natürliche und homogene Wirtschaftsordnung könnte komplett auf das Zinsgeldsystem verzichten. Weitere Vorteile resultieren aus einem Kapitalismus, der erst nach der Grundversorgung jedes einzelnen Menschen auf einer stabilen Gesellschaftsordnung aufbaut. Somit würden Nachteile entfallen, sich des blanken Überlebens willen, einem System dienstbar zu machen. Der Ausblick auf eine zukünftige Entwicklung des Kapitalismus wäre rein philosophisch. Eine gesunde, menschenwürdige Marktwirtschaft könnte sich dann in Idealismus umbenennen. Momentan jedoch überwiegen die Nachteile eines kapitalistischen Systems, da es zu wenigen Menschen Vorteile bringt.